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Einführung  | Marcus Schneider   Glossar

Geostatistik erlaubt die quantitative Beschreibung von im Raum oder in Raum und Zeit verteilten Variablen.

GoldbarrenIn den späten vierziger Jahren des gerade vergangenen Jahrhunderts fielen die Goldpreise wegen der zunehmenden Menge russischen Goldes auf dem Weltmarkt. Das brachte die südafrikanischen Minen in Bedrängnis, wo der junge Mineningenieur Danie Krige, Angestellter der Witwatersrand Minen, sich daraufhin mit der Frage beschäftigte, wie man wohl mit weniger Aufwand mehr Gold fördern könnte. Den Goldgehalt eines Erzes und damit dessen Abbauwürdigkeit zu kennen, erfordert neben Erfahrung und Geologiekenntnissen eine Menge Probebohrungen.

Die Idee: Könnte man nun mit möglichst wenigen Bohrungen möglichst genaue Aussagen über den Goldgehalt des Gesteinsvolumens machen, dann könnte man die Effektivität steigern. Danie Krige entwickelte dazu Methoden, die wir heute als Geostatistik kennen: Werkzeuge, um aus Punktmessungen Aussagen über Flächen oder gar Volumina zu machen.

Georges Matheron formalisierte in den Fünfzigern diese Ideen und festigte das theoretische Fundament in seinen grundlegenden Werken "Traité de géostatistique appliquée" (1963) und "La théorie des variables régionalisées, et ses applications" (1970).

Es hat einige Jahrzehnte gedauert, bis in den Geowissenschaften die Bedeutung dieser Arbeiten erkannt wurde, denn das grundsätzliche Problem, von punktuellen Informationen flächige Aussagen ableiten zu wollen, betrifft natürlich nicht nur die Geologie, sondern alle Raumwissenschaften. Mit zunehmenden Rechenkapazitäten und der praktischen Anwendbarkeit von Geographischen Informationssystemen (GIS) erwachte das Interesse an der Geostatistik bei einer größeren Gruppe als "nur" den Bergbauingenieuren.

Der klassische Gegenstand, die Interpolation, erfolgt in vier Schritten: Im ersten Schritt, der Variographie, wird die räumliche Variabilität untersucht, um daraus als zweites ein Modell abzuleiten, das die räumlichen Eigenschaften der Variablen beschreibt. Dieses Modell ist die entscheidende Eingangsgröße für die eigentliche Interpolation, das Kriging. Zum Schluß werden die Ergebnisse im vierten Schritt der Validierung, auf ihre Qualität untersucht.

Eines ist Geostatistik also nicht: Klassische Statistik mit Geodaten.

Kriging
(Wird so ausgesprochen, wie man es schreibt!)
Nach Danie Krige benanntes Verfahren zur Interpolation im Raum verteilter Variablen.

Räumliche Interpolation
Berechnung von Schätzwerten für Punkte, die zwischen den Stützpunkten, deren Wert bekannt ist, liegen.

Variogramm
Quantitative, häufig auch graphische, Darstellung der Variabilität von regionalisierten Variablen in Abhängigkeit von deren räumlicher Distanz.

"First Law of Geography"
Waldo Tobler formulierte 1970 die eigentliche Grundlage der Geographie: "Everything is related to everything, but near things are more related than distant things."

Regionalisierte Variable
Variable mit Raumbezug, die aufgefaßt wird als Mischform einer deterministischen und einer rein zufälligen Variable.

 
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